Daumenkino Geschichte 2017-12-02T11:30:32+00:00

Die Geschichte des Daumenkinos

Daumenkinos, die kleinen Bücher, die man nur mit seinen zwei Daumen blättert und so groß sind, dass sie in eine Hostentasche passen. Um eine flüssige Bewegung zu erzeugen, muss man die 40 Einzelbilder nicht einzeln, sondern in einem Stück zügig durchblättern. Dafür nutzt man seine zwei Daumen, woher auch der Name Daumenkino abgeleitet wurde.

Die Einfachheit macht das Daumenkino so beliebt. Jeder kann es nutzen und vor und zurück blättern. Man kann mit seinen zwei Daumen auch die Geschwindigkeit des Abspielens beeinflussen und dadurch die Szene anders wirken lassen.

Das Daumenkino könnte man als frühzeitlicher Media Player bezeichnen. Nur das man für das Abspielen von Einzelbilder keinen Strom benötigte, was sich bis heute nicht geändert hat. Das Daumenkino wird auch als Vorläufer der Filmprojektion (Kino) gesehen. Die Anfänge reichen bis in das Jahr 1860 zurück.

Die Daumenkino Geschichte

John Barnes Linnett galt als offizieller Erfinder des Daumenkinos. Obwohl der Franzose Pierre-Mubot Desvinges als Erfinder des Flip-Books genannt wird, ließ sich Linnett im Jahre 1868 die Erfindung als Kineograph patentieren.

Der deutsche Filmpionier Max Skladanowsky präsentierte gemeinsam mit seinem Bruder Emil Skladanowsky 1895 die erste Filmsequenz weltweit. Jedoch vor der eigentlichen Filmproduktion, ließ er von der Filmsequenz ein Daumenkino anfertigen und konnte dadurch seinen Film vorab betrachten.

Der amerikanischer Erfinder Herman Casler gründete 1895 mit 3 anderen Erfindern die Firma American Mutoscope. Ein Mutoscope war die erste mechanische Form eines Daumenkinos. Auf einen Zylinder wurden die Seiten des Daumenkinos befestigt und man konnte damit den Vorgang des Umblätterns vereinfachen.

1897 vermarktete der Fotograf und Filmtechniker Henry William Short das Daumenkino unter dem Namen Filoscope. Das Daumenkino befestigte er mit Hilfe eines Metallhalters, welcher das Umblättern erleichterte.

Damals wurden die Daumenkinos gezeichnet und nicht fotografiert. Die Herstellung ist nach wie vor gleich geblieben. Wenn man heute traditionell ein Daumenkino erstellen möchte, müsste man eine Figur mit einer fortlaufenden Veränderung mehrmals neu zeichnen, damit beim Abblättern eine Bewegung entsteht.

Dank der digitale Technik ist es heute erheblich einfacher Daumenkinos zu produzieren. Das Daumenkino hat mit fortschreitender Filmentwicklung lange Zeit nichts von sich hören lassen. Erst im Jahr 2004 erlebte das Daumenkino eine Art „kultige“ Renaissance. Das erste Daumenkinofestival eröffnete in Stuttgart. Ein Jahr später fand in Düsseldorf die weltweit erste Ausstellung der Daumenkinos statt. Zwei Jahre später das große Daumenkinofestival in Linz/ Österreich.
Bis heute ist das Daumenkino noch im Gespräch und man weiß ja nie, vielleicht drehen Sie mal bei uns am Stand Ihr eigenes Daumenkino.